Hinschauen und Handeln – Werte vertreten und Grenzen setzen!

Im Rahmen des Pädagogischen Tags am 11.6.2026 versammelte sich das gesamte Kollegium am Standort Nidda zur intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema sexualisierte Gewalt.

Sexualisierte Gewalt erkennen, richtig einschätzen und handeln – aber wie?  Das war die Frage dieses Tages. Wie gehen wir im Schulalltag mit sexualisierter Gewalt um?

Janina Klein, externe Referentin vom Frauennotruf Wetterau, gestaltete mit einen kompakten Impulsvortrag angefüllt mit wichtigen Informationen und Einblicken zum Thema sexualisierte Gewalt eine solide Arbeitsgrundlage für das Kollegium. Anhand von Fallbeispielenaus unserem Schulalltag setzten sich alle Lehrerinnen und Lehrer anschließend ganz konkret mit möglichen Situationen auseinander, ordnetensie ein und tauschten sich ausführlich über unterschiedliche Perspektiven und mögliche Handlungsoptionen aus. Die Intensität des Austausches und der Auseinandersetzung mit den verschiedenen Szenarien war bei der Präsentation der Arbeitsergebnisse mittels Gallery Walk deutlich erkennbar. Es zeigte sich wie wichtig es ist, sensibilisiert zu sein und verschiedene Formen und Fallkonstellationen im Blick zu haben. Es kommt immer auf den Einzelfall an und die Einordnung hängt immer vom situativen Kontext ab.

Die Ergebnisse verdeutlichen wie wichtig es ist hinzuschauen und zu handeln und als Schulgemeinde Werte zu vertreten und Grenzen zu setzen. Schulen müssen Maßnahmen ergreifen, denn Sexualisierte Gewalt ist leider kein Randphänomen. Laut Ergebnissen der SPEAK!-Studieder Universitäten Marburg und Gießen (2019-2021) sind 78% der Schülerinnen und 50% der Schüler an beruflichen Schulen von nicht-körperlicher sexualisierter Gewalt betroffen. Über 50 % der befragten Mädchen wurden nach eigenen Angaben bereits gegen ihren Willen angefasst; jede vierte Schülerin berichtete, dass jemand sie schon einmal zum Geschlechtsverkehr zwingen wollte. Meist geht diese Gewalt von Gleichaltrigen aus (Peergewalt).

Genau deswegen ist es so wichtig, dass unser Schutzkonzept hier Handlungssicherheit für alle Beteiligten und besseren Schutz für potentiell Betroffene schafft. Außerdem werden an unserer Schule hinschauende und sensibilisierte Lehrerinnen und Lehrer immer vom innerschulischen Unterstützungsteam als direktem Ansprechpartner bei Interventionen unterstützt und entlastet.

Zum thematischen Abschluss des Tages beschäftigte sich das gesamte Kollegium mit der Frage an welche Orten/ in welchen Situationenan unserer Schule ein erhöhtes Risiko für sexualisierte Gewalt besteht. Ziel dieser Phase war es kritische Situationen im Schulalltag zu identifizieren und Lösungsvorschläge zu entwickeln. Die Ergebnisse dieser Arbeitsphase werden einen Teil unseres Schutzkonzeptes bilden.

Trotz der eher schwierigen Thematik waren Stimmung und Resonanz des Tages überwiegend positiv.

Den geselligen Abschluss des Tages und die Möglichkeit zu weiterem Austausch bildete das direkt anschließende Sommerfest des Kollegiums.

Ergebnispräsentation als Gallery Walk
AG Schutzkonzeptentwicklung