Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind mittlerweile wohlbehalten aus Kreta zurück gekehrt und haben für sich noch einmal Bilanz zu den letzten 14 Tagen gezogen.

Auslandspraktikum auf Kreta – Persönliche und berufliche Entwicklung in einer neuen Kultur

Im Rahmen eines Auslandspraktikums hatten die Schüler und Schülerinnen die Möglichkeit, sowohl beruflich als auch persönlich viele neue Erfahrungen zu sammeln. Neben ersten Herausforderungen konnten sie die griechische Kultur, Lebensweise und den Umgang miteinander kennenlernen und ihren Horizont nachhaltig erweitern.

Beruflich

Wir wussten nicht in welche Firmen wie kommen, welche Berufe das sind und wann wir anfangen mussten, sowie wie wir dort dann hinkommen. Man musste sich darauf einstellen, dass man nicht in den selben Beruf kommt, den man aktuell erlernt.

Top-Tipp: die Griechen arbeiten sehr entspannt und haben viel Geduld. Sie lassen sich nicht stressen und fangen ihre Arbeitszeiten meist später an, wie wir es gewohnt sind (gegen 9/10 Uhr).

Persönlich:

Kommunikationsfähigkeit

Während meines Auslandspraktikums konnte ich meine Kommunikationsfähigkeit deutlich verbessern. Ich musste täglich mit Kolleginnen, Kollegen und Kunden auf Englisch oder mit einfachen griechischen Wörtern kommunizieren. Anfangs war ich dabei noch unsicher und zurückhaltend.

Mit der Zeit wurde ich jedoch offener und selbstbewusster. Ich traute mich zunehmend, Gespräche eigenständig zu führen, aktiv auf andere zuzugehen und gezielt Fragen zu stellen. Dadurch konnte ich Missverständnisse besser klären und mich verständlicher ausdrücken.

Zusätzlich habe ich gelernt, offener und neugieriger auf Menschen zuzugehen. Dies hat mir geholfen, mich schneller im Team zu integrieren und effektiver mitzuarbeiten.

Selbstorganisation

Im Laufe des Praktikums habe ich gelernt, meinen Alltag eigenständig zu strukturieren und besser zu organisieren. Besonders die Kombination aus Arbeitszeiten und Freizeit hat mir gezeigt, wie wichtig eine gute Planung ist.

Ich habe zunehmend selbstständig Prioritäten gesetzt und Aufgaben verantwortungsvoll erledigt. Durch feste Routinen, wie tägliche Planung, konnte ich den Überblick behalten und meine Zeit effizient nutzen.

Gleichzeitig habe ich begonnen, mein eigenes Verhalten zu hinterfragen. Ich habe mich gefragt, wodurch ich mich im Alltag oft selbst unter Druck setze und wie ich besser damit umgehen kann. Durch die entspanntere Lebensweise vor Ort habe ich gelernt, bewusster mit meiner Zeit umzugehen und Stresssituationen gelassener zu betrachten.

Durchsetzungsvermögen

Während meines Praktikums habe ich außerdem mein Durchsetzungsvermögen gestärkt. Zu Beginn war ich in einem Betrieb eingesetzt, in dem ich mich nicht wohlgefühlt habe.

Nach einiger Zeit habe ich mich dazu entschieden, meine Situation offen anzusprechen. Ich habe das Gespräch mit der Lehrkraft sowie der zuständigen Person der Organisation gesucht und meine Probleme ehrlich geschildert.

Durch dieses selbstständige Handeln konnte eine Lösung gefunden werden und ich bekam die Möglichkeit, den Betrieb zu wechseln. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, für die eigenen Bedürfnisse einzustehen und aktiv nach Lösungen zu suchen.                 

Darüber hinaus habe ich gelernt, auch in anderen Situationen selbstbewusster aufzutreten und meine Meinung klar zu äußern.

Verhalten

Griechen sind sehr herzlich und begrüßen jeden mit offenen Armen. Sie sind generell sehr offen und suchen ganz oft den Kontakt, reden und machen Witze. Zur Begrüßung oder zur Verabschiedung gibt es oft Küsschen oder Umarmungen. Außerdem sind sie sehr am Leben in Deutschland interessiert und fragen viel darüber.

Ort

Es kann vorkommen, dass trotz der vielen Versuche (viele Mülltonnen) die Insel ordentlich zu halten, Müll am Strand oder am Straßenrand liegen. Der Müll wird oft gar nicht von den Menschen vor Ort, sondern durch die Verschmutzungen im Meer oder der Straßentiere verursacht. Befasst man sich mit dem Müll, kann er auch oft zu Kunstwerken werden.

Während der Saison werden Städte und Strände sauber gehalten, um den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.

Im Großen und Ganzen kann man auf Kreta viele schöne Dinge, Orte und die Natur sehen.

Brauch

Die Griechen sind gerne zusammen und teilen viel untereinander (z. B. Essen). Feste wie Ostern werden groß auf offener Straße und mit Gottesdienst gefeiert. Außerdem tanzen Sie immer und überall.

Kommt man nach Griechenland sieht man vor allem in Souvenirläden „das Böse Auge“ (Mati). Dieses spielt im Volksglauben eine große Rolle. Es symbolisiert eine Mischung aus Tradition, Aberglaube und soziale Vorsicht, um vor Neid oder Schlechtem geschützt zu werden.

Top-Tipp: Auf Kreta werden kleine Plakate von Verstorbenen in den Straßen ausgehangen. So haben Außenstehende die Möglichkeit, für diese Menschen innezuhalten und zu beten.

Essen

In Griechenland wird erst spät am Abend gegessen. Oft bestellen sie viele kleinere Gerichte, wie gefüllte Weinblätter, und verteilen es in der Mitte des Tisches, dass jeder etwas nehmen kann. Griechisches Essen wird viel intensiver gewürzt als in Deutschland. Die Gewürze sind alle frisch und aus dem eigenen Land.

Top-Tipp: Chicken Souvlaki wird auf Spießen serviert. Als Beilage gibt es Pita, Salat und Pommes dazu. Und natürlich darf das Zaziki nicht fehlen.

Freizeit

Wir haben uns immer wieder zusammengesetzt, um gemeinsam Aktivitäten zu planen und zu unternehmen. Am ersten Abend haben wir uns als kleine Gruppe dazu entschieden, das Meer zu erkunden. Dabei haben wir zusammen Bilder gemacht, ein kleines Picknick vorbereitet und einfach die gemeinsame Zeit genossen.

Zum Beispiel haben wir als Gruppe auch eine Aktivität geplant, bei der wir über die venezianische Festung Rocca a Mare gelaufen sind. Uns war zwar klar, dass es sehr nass und stürmisch werden würde, aber genau das hat es besonders gemacht.

Uns war es immer wichtig, nicht jeden Tag das Gleiche zu machen, deshalb haben wir alles sehr abwechslungsreich gestaltet.

Auch wenn wir viel Zeit miteinander verbracht haben, haben wir uns trotzdem bewusst Zeit für uns alleine genommen.

Gesamtfazit

Zusammenfassend war das Auslandspraktikum eine sehr wertvolle und prägende Erfahrung für die Schüler und Schülerinnen. Sie konnten nicht nur wichtige berufliche Einblicke gewinnen, sondern sich auch persönlich stark weiterentwickeln. Besonders der Umgang mit neuen Situationen, das eigenständige Lösen von Problemen und das Einleben in eine fremde Kultur haben alle Teilnehmenden selbstbewusster und offener gemacht. Insgesamt nehmen die Schüler und Schülerinnen viele positive Erfahrungen, neue Perspektiven und wertvolle Erfahrungen aus dieser Zeit