“Meine ich, was ich sage?” – Sprache bewusste einsetzen

Kommunikation im Lehreralltag an der Berufsschule bedeutet, klar, verständlich und respektvoll mit Schülerinnen und Schülern, Kolleginnen und Kollegen, Eltern sowie Ausbildungsbetrieben zu kommunizieren. Dazu gehören das Erklären und Zuhören ebenso wie das Geben von Feedback, die Klärung von Konflikten und das Treffen verbindlicher Absprachen.

Daher ist es wichtig, das eigene Sprachverhalten regelmäßig zu reflektieren und sich bewusst zu machen, welche Wirkung und welche Kraft Sprache im Unterricht und im täglichen Miteinander entfalten kann. Aus den Impulsen des Wertecafés entstand daher die Fortbildung „Meine ich, was ich sage?“, in der Aleksandra Mungenast der Hessischen Lehrkräfteakademie zentrale Themen rund um Werte, Sprache und bewusste Kommunikation aufgriff.

In gemütlicher Atmosphäre bei Kaffee und Gebäck startete am 2. September die schulinterne Fortbildung mit einem Silent Walk. Verschiedene Zitate rund um das Thema Sprache luden dazu ein, innezuhalten, nachzudenken und miteinander ins Gespräch zu kommen. Schnell wurde deutlich: Sprache ist weit mehr als die reine Übermittlung von Informationen. Sie kann verbinden, motivieren und stärken – aber ebenso verletzen und ausgrenzen.

Eines der Zitate, das die Teilnehmerinnen und Teilnehmer während der gesamten Fortbildung begleitete, stammt von Marshall B. Rosenberg: „Worte können Fenster sein – oder Mauern.“ Es regt dazu an, darüber nachzudenken, wie bewusst wir unsere Sprache einsetzen und wie unsere Worte beim Gegenüber ankommen. Denn was passiert, wenn eine Äußerung verletzt, obwohl sie gar nicht verletzend gemeint war?

Der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick beschreibt Kommunikation als einen Prozess zwischen Sender und Empfänger. Der Sender übermittelt eine Botschaft – etwa durch Worte, Tonfall oder Körpersprache. Der Empfänger nimmt diese Botschaft auf und interpretiert sie. Dabei kann es leicht zu Missverständnissen kommen, da Sender und Empfänger eine Aussage unterschiedlich wahrnehmen und verstehen können.

Eine Erkenntnis der Fortbildung war daher, dass nicht allein die Absicht des Senders darüber entscheidet, wie eine Äußerung wirkt. Auch die Wirkung auf das Gegenüber ist entscheidend. Selbst wenn eine Aussage nicht diskriminierend oder verletzend gemeint war, kann sie beim Gegenüber eine Verletzung auslösen.

Anhand zahlreicher alltagsnaher Beispiele erarbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam Dos and Don’ts einer bewussten Sprache – sowohl für den privaten als auch für den beruflichen Alltag. Dabei ging es nicht darum, jedes Wort auf die Goldwaage zu legen. Vielmehr stand die Frage im Mittelpunkt, wie wir unsere eigene Sprache bewusster wahrnehmen, sensibel für unterschiedliche Perspektiven werden und die mögliche Wirkung unserer Aussagen stärker mitdenken können.

Schlussfolie der sehr kurzweiligen Fortbildung, die von Frau Mungenast lebhaft und praxisnah gestaltet wurde.

Der kurzweilige und praxisnahe Workshop bot zahlreiche Impulse, konkrete Anregungen und viele Gelegenheiten zum Austausch. So wurde aus einem Nachmittag bei Kaffee und Gebäck eine Fortbildung mit großem Nährwert – nicht nur für den Kopf, sondern auch für das tägliche Miteinander.